Die Stimme des Spreeparks

Versteckt im Treptower Park findet sich ein Kleinod Berlins - der Spreepark, Berlins ehemaliger Freizeit- und Erlebnispark.

Schon lange war es mein persönliches Ziel, diesen fantastischen Ort zu entdecken. Nach dem Presseecho, der insolvente, ehemalige Freizeitpark solle noch dieses Jahr versteigert werden, entschied ich mich nun endgültig für einen Besuch.

Mit der Kamera in der Hand erreichte ich nach einem kurzen Weg durch den Wald den 1969 erbauten Freizeitpark. Vorbei an den zeitlich geprägten Kassenhäuschen, die noch aus DDR Zeiten stammen, begab ich mich in den schaurig schönen Park, der, wie es scheint, in einen jahrelangen Schlaf gefallen zu sein. Während der Führung wurden einige Gerüchte, die um den Spreepark kursieren, aufgeklärt und ich erfuhr die verblüffende und interessante Geschichte, die Berlins ehemaliger Freizeit- und Erlebnispark in sich trägt. Nach Schließung des Parks wurden zwar viele der damaligen Fahrgeschäfte von deren Eigentümern mitgenommen oder verkauft, jedoch geben die wenigen erhaltenen Attraktionen - wie das Riesenrad - einen guten Eindruck, wie der Park damals ausgesehen haben könnte:

Die Strecke der einstigen Wildwasserbahn bahnt sich noch heute unbekümmert ihren Weg durch das Geäst, die Wagen stehen im Eingangsbereich des Wartehäuschen schon für die nächste Fahrt bereit. Es scheint, als warte man nur darauf, dass jemand den Park und seine Attraktionen aus dem Dornröschenschlaf wach küsst. Ziel ist es, so unser Guide Christopher Flade, die Bahn in den nächsten Jahren für den Publikumsverkehr wieder zu beleben.

Wildwasserbahn    

Beeindruckend ist auch der Spreeblitz - die Achterbahn des ehemaligen Freizeitparks, die 1987 erbaut wurde und eine Kapazität von 1.800 Personen hatte. Mit 45 km/h fuhren die Gäste 2 Runden mit der Achterbahn, der Eingang bildete das Drachenmaul, welches heute noch eindrucksvoll auf dem Achterbahngelände thront.

 

Das Herzstück des Parks, welches auch schon von Weitem zu sehen und ab und an auch zu hören ist, ist das Riesenrad. Mit 45 Metern Höhe ragt die Attraktion über den Park hinaus und konnte damals mit Sicherheit den Spreeparkbesuchern die Luft wegen der atemberaubenden Aussicht rauben. Heute dreht sich das Rad nur noch bei Wind, was den Anschein erweckt, es würde durch Geisterhand bewegt. Dazu gibt es schaurige, quietschende Töne von sich - einige bezeichnen diese als die Stimme des Spreeparks.

  

Wer schon immer einmal davon geträumt hat, einen verlassenen Vergnügungspark zu besuchen und dazu noch ein Stück Berliner Geschichte zu erleben, ist im Spreepark genau richtig! In zwei Stunden erfährt man viele Details rund um die Anfänge des Parks und den weiteren Werdegang, deren Betreiber und die mögliche Zukunft. Sollte der Park wirklich versteigert werden und zu anderen Zwecken, wie z.B. für Wohnland genutzt werden, verliert Berlin definitiv eines seiner Wahrzeichen. Daher lege ich jedem ans Herz, egal ob Berliner, Zugezogener oder Besucher: Besuchen Sie dieses Kleinod! Sie werden es sicherlich nicht bereuen.

Weitere Informationen sowie die Anmeldung zu den Führungen finden Sie unter www.berliner-spreepark.de. Bitte beachten Sie, dass aufgrund der ungewissen Zukunft Führungen vorerst nur noch bis Ende Juni angeboten werden.